Monument for a Forgotten Future; Foto: Andreas Fritsche / EGLV

Monument for a Forgotten Future

Monument for a Forgotten Future ist eine Skulptur auf der sogenannten Wilden Insel nahe des Rhein-Herne-Kanals an den Schleusen in Gelsenkirchen. Das Kunstprojekt ist im Rahmen der Ausstellung Emscherkunst.2010 entstanden und stellt eine genaue Kopie einer Felsformation im Joshua Tree National Park bei Los Angeles dar.

Monument for a Forgotten Future; Foto: Andreas Fritsche / EGLV

[ruhr-guide] Wenn Sie den Weg in der Nähe der Schleuse, nördlich des Rhein-Herne-Kanals entlang spazieren, entdecken Sie einen eher ungewöhnlichen Felsen, der so gar nicht in die Vegetation auf der Wilden Insel passen will. Es handelt sich dabei um die Kunstskulptur Monument for a Forgotten Future von Olaf Nicolai in Zusammenarbeit mit Douglas Gordon. Zunächst erscheint die Felsformation nicht wie ein Kunstwerk, wer jedoch mehr hinblickt und etwas näher tritt, erlebt die Besonderheit des Felsen: aus dem Inneren des Betons erklingt Musik.

Eine unnatürliche Naturerscheinung

Das Kunstwerk entstand 2010 bei dem Projekt Emscherkunst.2010. Hier präsentierten 40 Künstlerinnen und Künstler in 20 Werken auf acht Plätzen zwischen dem Schloss Oberhausen im Westen und dem Schiffshebewerk Henrichenburg inWaltrop im Osten ihre Kunstwerke. Das Stahlskelett steht auf einer Fläche von rund 150 Quadratmeter und trägt 123 Tonnen, wobei es 70 Prozent der Größe des originalen Felsen im Joshua Tree National Park ausmacht. Der etwa 10 Meter breite und 5 Meter hohe Fels steht auf eine Freifläche, die von Sand umgeben ist und sticht somit stark aus seiner Umgebung hervor. Das Kunstwerk thematisiert somit die Landschaft und ihre unterschiedliche Zweckbestimmung. Es wird als „unnatürliche Naturerscheinung“ beschrieben und verweist auf die Widersprüchlichkeit des menschlichen Umgangs mit der Natur. Das Kunstwerk stellt somit auch die Aktualität der Renaturierung der Emscher infrage und steht als Paradoxon für sich. Die Künstler Olaf Nicolai und Douglas Gordon spielen auf die mögliche Erschaffung neuer Welten an. Hierbei steht der Standort von Monument for a Forgotten Future für eine Utopie – die „Wilde Insel“ hat sich von einer Industrie- zu einer Kultur- und Naturlandschaft verwandelt. Hier kann nun spaziert und entspannt werden und die Skulptur bietet sich als Schattenplatz oder Kletterfels an.

Radweg entlang des Monuments, Foto: Daniel Sadrowski / Urbane Künste Ruhr 2021

Beruhigende Klänge einer futuristischen Utopie

Wer in den Sommermonaten Monument for a Forgotten Future besucht und genau hinhört, wird feststellen, dass aus dem Inneren des Felsens Musik ertönt. In Zusammenarbeit mit Douglas Gordon hat die schottische Band Mogwai eine Symphonie mit dem Titel „Symphonie aus einer anderen Welt“ komponiert. Das Stück erlebte hier auch seine Uraufführung und ist nun sogar auch als Track auf dem Album „Hardcore Will Never Die, But You Will“ (2011) bei Rough Trade zu hören.
Die Klänge der Symphonie wirken beruhigend auf den Zuhörer und entführen Sie in eine Utopie voller Entspannung. Gegensätzlich dazu sind gelegentlich die industriellen Töne der benachbarten Gelsenberg-Raffinerie oder der Eisenbahnlinie zu hören. Diese Klangunterschiede unterstützen die Aussage des Kunstwerk jedoch nur noch mehr.

Die Wilde Insel

Unmittelbar an der Gelsenkirchener Schleuse befindet sich der Standort von Monument for a Forgotten Future: die Wilde Insel. Der Hügel besteht aus dem Bodenaushub des Baus des Rhein-Herne-Kanals und der Schleusenanlage. Seit der Veranstaltung Emscherkunst.2010 ist die Insel immer weiter in die Öffentlichkeit gerückt und gilt nun als beliebtes Ausflugsziel. Genieße Sie den Ausblick auf die Halde Rungenberg und die angrenzende Raffinerie!

Monument for a Forgotten Future

An den Schleusen 1-29
45881 Gelsenkirchen

Die Symphonie von Mogwai ist nur in den Sommermonaten (in der Regel von Mai bis Oktober) zu hören!

Foto 1: Andreas Fritsche / EGLV
Foto 2: Daniel Sadrowski / Urbane Künste Ruhr 2021

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